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Globale EE-Investitionen legen 2017 zu

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Frankfurt am Main/Nairobi – Die globalen Investitionen in erneuerbare Energien sind im Jahr 2017 auf insgesamt 280 Mrd. US-Dollar gestiegen. Die Sache hat jedoch einen Haken.

Das Frankfurt School UNEP Centre, UN Environment und Bloomberg New Energy Finance haben ihren jährlichen Bericht über die globalen Investitionen in erneuerbare Energien veröffentlicht. Angetrieben werden die weltweiten Investitionen vor allem von dem Solarwachstum in China. Allerdings handelt es sich bei den Zahlen nicht nur um EE-Projektinvestitionen.

Solarsektor führt Investitionsranking an

Im vergangenen Jahr 2017 sind die globalen Investitionen in erneuerbare Energien (ohne große Wasserkraft) leicht um 2 Prozent auf etwa 280 Milliarden US-Dollar (Mrd. USD) gestiegen (2016: 274 Mrd. USD). Das geht aus dem Bericht „Global Trends in Renewable Energy Investment 2018“ hervor. Der Bericht basiert auf den im Januar 2018 bereits von Bloomberg New Energy Finance veröffentlichten Zahlen zu den Investitionen in Clean Energy Technologien. Der größte Beitrag zum Investitionsaufkommen entfällt auf den Solarsektor mit weltweit 161 Mrd. USD (2016: 137 Mrd. USD), vor der Windenergie mit 107 Mrd. USD (122 Mrd. USD). Auf die Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft und Meeresenergie entfallen etwa 12 Mrd. USD (2016: 16 Mrd. USD).

Etwa 45 Prozent der EE-Investitionen entfallen auf China

In der regionalen Verteilung der Investitionen zeigt sich eine weitere Verschiebung weg von den etablierten Kernmärkten in Richtung China. Mit einem Plus der Investitionen um 31 Prozent auf rd. 127 Mrd. USD ist China absoluter Spitzenreiter unter den EE-Märkten. Demgegenüber stehen niedrigere Investitionen in den USA (minus 6 Prozent auf 40,5 Mrd. USD) und ein starker Rückgang in europäischen Ländern wie Deutschland (- 35 Prozent auf 10,4 Mrd. USD) und Großbritannien (- 65 Prozent auf 7,6 Mrd. USD). Auch in Japan sind die Investitionen 2017 stark zurückgegangen (- 16 Prozent auf 23,4 Mrd. USD).

„Auch wenn der Motor bei den Erneuerbaren in Deutschland und Europa etwas stottert: Der Strukturwandel ist weltweit in Fahrt, die Technologien sind auf einem guten Weg“, so Prof. Dr. Ulf Moslener, Wissenschaftlicher Leiter des Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre. Jetzt müssten aus seiner Sicht die Strom-Marktstrukturen fit gemacht werden, um mehr Investitionen sowohl in erneuerbare Energie, als auch zum stabilen Netzbetrieb zu ermöglichen.

Keine reinen EE-Projektinvestitionen - Daten enthalten auch Aufwendungen für Fusionen und Übernahmen

Die im Rahmen des Berichtes „Global Trends in Renewable Energy Investment 2018“ veröffentlichten EE-Investitionsdaten spiegeln nicht nur die reinen Investitionen in Projekte zum Ausbau der regenerativen Energien wider. Sie enthalten auch den Anteil, der aus Unternehmensfusionen und –Übernahmen sowie Asset Akquisitionen und Refinanzierungen resultiert. Insgesamt belaufen sich die Investitionen, die auf Zusammenschlüsse und Übernahmen zurückgehen 2017 auf etwa 114 Mrd. USD (2016: 115,5 Mrd. USD). Die größten Anteile entfallen dabei auf die Windenergie (62 Mrd. USD) vor der Solarenergie (43,4 Mrd. USD) und der Biomasse (4,9 Mrd. USD) sowie Geothermie (1,9 Mrd. USD).


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06.04.2018