EEG-Reform und Netzanschlusspaket: Alterric warnt vor Investitionsstopp bei Windenergie
Redispatch-Vorbehalt als Risiko für Projektfinanzierungen
Alterric sieht in der geplanten Abregelungsregel ein existenzielles Risiko für die Plan- und Finanzierbarkeit neuer Windparks: Solange Netzbetreiber Anlagen über Jahre entschädigungsfrei abregeln dürfen, verschiebe sich die Last des schleppenden Netzausbaus einseitig auf die Erzeuger. Zwar habe das Bundeswirtschaftsministerium zuletzt Gesprächsbereitschaft über Alternativinstrumente signalisiert, die Debatte bleibe nach Ansicht des Unternehmens jedoch weiterhin auf eine stärkere Drosselung erneuerbarer Anlagen an überlasteten Netzpunkten verengt. Verbindliche Ausbaufristen und Sanktionen für Netzbetreiber fehlten in den Entwürfen bislang vollständig. „Die bisherigen Ansätze lösen das zentrale Problem nicht: Der Netzausbau hinkt dem Ausbau der Erneuerbaren weit hinterher", sagt Dr. Frank May, CEO von Alterric. „Statt dieses Ungleichgewicht zu korrigieren, werden die Kosten einseitig den Erzeugern aufgebürdet."
Fehlende Ausschreibungsmengen bremsen Ausbau im Süden
Ohne die im Klimaschutzprogramm zugesagten zusätzlichen 12.000 Megawatt an Ausschreibungsvolumen für Wind an Land drohe der Windenergieausbau vor allem in Süddeutschland weiter ins Stocken zu geraten, so Alterric. Eine ausgewogene regionale Verteilung dieser Mengen sei wichtig, um Erzeugung systemdienlicher zu verteilen und Netzausbau- sowie Redispatchkosten zu senken. Eine von anderer Seite diskutierte Absenkung des sogenannten Korrekturfaktors für windschwächere Standorte lehnt das Unternehmen ab, da dies den regionalen Ausbau zusätzlich verlangsamen würde.
Fortschritte bei Speichern, offener Nachbesserungsbedarf bei CfDs
Positiv bewertet Alterric die geplanten Erleichterungen für den Anschluss von Batteriespeichern an bestehenden Standorten, fordert aber, diese Technologieoffenheit auch auf die gemeinsame Nutzung von Netzanschlüssen für Wind- und Solaranlagen auszuweiten, um vorhandene Netzkapazitäten effizienter zu nutzen. Kritisch sieht das Unternehmen zudem parallel laufende Überlegungen zu räumlichen Steuerungssignalen für erneuerbare Anlagen, etwa über Baukostenzuschüsse: Ohne Abstimmung mit den übrigen Reformvorhaben drohten daraus unnötige, nicht aufeinander abgestimmte Doppelbelastungen für die Branche. Bei den geplanten zweiseitigen, produktionsabhängigen Differenzverträgen (CfDs) fehle bislang ein Marktwertkorridor, wodurch der Betrieb erneuerbarer Anlagen weiter vom Markt abgekoppelt werde und Anreize für einen systemdienlichen Betrieb sinken könnten. Auch bei der bereits im Herbst 2025 angekündigten Absicherung von Stromlieferverträgen (PPAs) sieht das Unternehmen Nachbesserungsbedarf. Da die EU-Kommission vor dem geplanten Inkrafttreten am 1. Januar 2027 noch eine beihilferechtliche Genehmigung erteilen muss, dringt Alterric auf zügige offizielle Gesetzesentwürfe der Bundesregierung.
„Der konsequente Ausbau einer sicheren und günstigen Energieversorgung in Deutschland wirkt sich direkt auf die Investitionsbereitschaft von Industrie und Wirtschaft aus. Unternehmen investieren dort, wo Energie verlässlich, sicher und günstig verfügbar ist. Darum ist der Ausbau der Erneuerbaren kein Branchenthema, sondern zentral für die Zukunft des Standorts Deutschland", sagt May weiter.
Alterric ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Aloys Wobben Stiftung und der EWE AG und entwickelt, betreibt und vermarktet Energieparks vor allem in Deutschland, Frankreich und Griechenland.
Ohne die im Klimaschutzprogramm zugesagten zusätzlichen 12.000 Megawatt an Ausschreibungsvolumen für Wind an Land drohe der Windenergieausbau vor allem in Süddeutschland weiter ins Stocken zu geraten, so Alterric. Eine ausgewogene regionale Verteilung dieser Mengen sei wichtig, um Erzeugung systemdienlicher zu verteilen und Netzausbau- sowie Redispatchkosten zu senken. Eine von anderer Seite diskutierte Absenkung des sogenannten Korrekturfaktors für windschwächere Standorte lehnt das Unternehmen ab, da dies den regionalen Ausbau zusätzlich verlangsamen würde.
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© IWR, 2026
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