Wasserstoffhochlauf bleibt hinter Erwartungen zurück - Bundesregierung legt 10-Punkte-Plan vor
Wasserstoffproduktion: EU-Vorgaben und Netzentgelte als Kostenfaktoren
Das BMWE will die europäischen Produktionsvorgaben für grünen Wasserstoff lockern, um die Kosten zu senken. Die bisherigen Anforderungen sollen sicherstellen, dass der für die Elektrolyse verwendete Strom aus erneuerbaren Energien stammt und deren Ausbau unterstützt. Die Bundesregierung strebt flexiblere Regelungen für einen wirtschaftlicheren Betrieb der Elektrolyseure an. Welche konkreten Änderungen angestrebt werden und welche Auswirkungen diese auf die Treibhausgasbilanz haben könnten, geht aus dem 10-Punkte-Plan der Bundesregierung nicht hervor.
Zugleich will das BMWE neben grünem Wasserstoff auch andere Formen kohlenstoffarmen Wasserstoffs weiterhin in Förderprogrammen und Nachfrageinstrumenten berücksichtigen. Damit sollen zusätzliche Bezugsquellen erschlossen werden.
Auch bei den Stromnetzentgelten sind Sonderregelungen geplant. Die Bundesnetzagentur will die bisherige Befreiung für begünstigte Bestandsanlagen erhalten. Noch nicht betriebene Elektrolyseure sollen ebenfalls profitieren, sofern die endgültige Investitionsentscheidung vor Bekanntgabe der AgNes-Festlegung getroffen wurde und die Anlagen spätestens am 4. August 2029 in Betrieb gehen. Für nicht befreite Elektrolyseure zur Herstellung erneuerbaren oder anderen kohlenstoffarmen Wasserstoffs ist ein kapazitätsbezogenes Sondernetzentgelt vorgesehen. Die Festlegung wird Ende 2026 erwartet.
Auf der Offshore-Fläche SEN-1 in der Nordsee will das BMWE zudem zwei Elektrolyseprojekte mit jeweils 250 MW ermöglichen.
Wasserstoff-Kernnetz: Infrastruktur und Importe bedarfsgerecht entwickeln
Nach BMWE-Angaben wurden 2025 mehr als 500 km Wasserstoffleitungen in Betrieb genommen. Weitere 2.200 km befinden sich in der Realisierung. Bund und Länder stellen dem Ministerium zufolge in den kommenden Jahren 4,2 Mrd. Euro öffentliche Mittel für den Kernnetzaufbau bereit, zusätzlich zur Bundesgarantie für das Amortisationskonto.
Die Bundesregierung prüft außerdem den Speicherbedarf und mögliche Finanzierungsinstrumente für regionale Wasserstoffnetze. Mit der Umsetzung des europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets soll die Planung regionaler Verteilnetze stärker an der tatsächlichen Nachfrage ausgerichtet werden.
Neben heimischer Produktion setzt das BMWE auf Pipelineimporte vor allem aus Europa und Schiffslieferungen aus weiteren Partnerländern. H2Global und europäische Wasserstoffauktionen sollen internationale Lieferketten unterstützen.
Industrie und Kraftwerke: Neue Nachfrage gezielt anreizen
Die Bundesregierung plant Ausschreibungen für die Umstellung von insgesamt 4 GW Gaskraftwerksleistung auf Wasserstoff: 2 GW im Jahr 2027 für den Wasserstoffbetrieb ab 2040 und weitere 2 GW zwischen 2030 und 2032 für den Betrieb ab 2043. Die Eckpunkte der Förderung werden derzeit noch erarbeitet.
Während die Kraftwerksumstellung erst langfristig zusätzliche Nachfrage schaffen soll, setzt das BMWE bei der Industrie auf frühere Impulse. Beim Offshore-Windausbau soll das Kriterium des CO2-Fußabdrucks den Einsatz emissionsarmen Stahls begünstigen. Eine noch auszugestaltende Grüngasquote könnte den Absatz klimafreundlicher Gase stärken.
Für ein Wasserstoff-Förderfenster bei den CO2-Differenzverträgen sind zudem mindestens 1,5 Mrd. Euro vorgesehen. Darüber hat IWR bereits berichtet.
Bundesnetzagentur prüft mögliche Verschiebungen beim Wasserstoff-Kernnetz
Das 2024 genehmigte Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 km Leitungen mit erwarteten Investitionen von 18,9 Mrd. Euro. Im aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff sehen die Netzbetreiber bis 2037 ein Wasserstoffnetz mit 9.241 km Länge und Investitionen von 24,3 Mrd. Euro vor.
Der Nationale Wasserstoffrat sieht den Wasserstoffhochlauf weiterhin deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Für die späten 2040er-Jahre nennt er je nach Szenario einen jährlichen Bedarf von 275 bis 555 TWh Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. Diese Werte versteht der Rat als langfristige Orientierungsgrößen und nicht als Prognose.
Die Bundesnetzagentur konsultiert derzeit mögliche Verschiebungen bei der Inbetriebnahme einzelner Wasserstoffleitungen. Werden industrielle Abnehmer später auf Wasserstoff umgestellt, kann auch die Netzauslastung langsamer steigen. Die Prüfung möglicher Verschiebungen macht deutlich, dass sich die Zeitpläne für den Wasserstoff-Kernnetzausbau nicht unabhängig von der tatsächlichen Marktentwicklung betrachten lassen.
Nach BMWE-Angaben wurden 2025 mehr als 500 km Wasserstoffleitungen in Betrieb genommen. Weitere 2.200 km befinden sich in der Realisierung. Bund und Länder stellen dem Ministerium zufolge in den kommenden Jahren 4,2 Mrd. Euro öffentliche Mittel für den Kernnetzaufbau bereit, zusätzlich zur Bundesgarantie für das Amortisationskonto.
Die Bundesregierung prüft außerdem den Speicherbedarf und mögliche Finanzierungsinstrumente für regionale Wasserstoffnetze. Mit der Umsetzung des europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets soll die Planung regionaler Verteilnetze stärker an der tatsächlichen Nachfrage ausgerichtet werden.
Neben heimischer Produktion setzt das BMWE auf Pipelineimporte vor allem aus Europa und Schiffslieferungen aus weiteren Partnerländern. H2Global und europäische Wasserstoffauktionen sollen internationale Lieferketten unterstützen.
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Während die Kraftwerksumstellung erst langfristig zusätzliche Nachfrage schaffen soll, setzt das BMWE bei der Industrie auf frühere Impulse. Beim Offshore-Windausbau soll das Kriterium des CO2-Fußabdrucks den Einsatz emissionsarmen Stahls begünstigen. Eine noch auszugestaltende Grüngasquote könnte den Absatz klimafreundlicher Gase stärken.
Für ein Wasserstoff-Förderfenster bei den CO2-Differenzverträgen sind zudem mindestens 1,5 Mrd. Euro vorgesehen. Darüber hat IWR bereits berichtet.
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Das 2024 genehmigte Wasserstoff-Kernnetz umfasst 9.040 km Leitungen mit erwarteten Investitionen von 18,9 Mrd. Euro. Im aktuellen Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff sehen die Netzbetreiber bis 2037 ein Wasserstoffnetz mit 9.241 km Länge und Investitionen von 24,3 Mrd. Euro vor.
Der Nationale Wasserstoffrat sieht den Wasserstoffhochlauf weiterhin deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Für die späten 2040er-Jahre nennt er je nach Szenario einen jährlichen Bedarf von 275 bis 555 TWh Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. Diese Werte versteht der Rat als langfristige Orientierungsgrößen und nicht als Prognose.
Die Bundesnetzagentur konsultiert derzeit mögliche Verschiebungen bei der Inbetriebnahme einzelner Wasserstoffleitungen. Werden industrielle Abnehmer später auf Wasserstoff umgestellt, kann auch die Netzauslastung langsamer steigen. Die Prüfung möglicher Verschiebungen macht deutlich, dass sich die Zeitpläne für den Wasserstoff-Kernnetzausbau nicht unabhängig von der tatsächlichen Marktentwicklung betrachten lassen.
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© IWR, 2026
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